Hypnotisch Drumloops

Reviewing S/T: Self-Titled (Klangbad EFA 64026-2)

Wenn es überhaupt so etwas wie einen Neuen Krautrock geben kan, dann manifestiert er sich ganz sicher in der Musik der Frankfurter Undergound-/ Psych-/ Was-Auch-Immer-Band S/T. Deren neues Album Self Titled atmet so viel Spirit der tranceartigen, trippigen, freakigen Musik, wie sie zu Beginn er 70er Jahre in Deutschland entstand. Es sind dieser spröde Charme, dieser Hauch von dilettantischer Konsequenz, dieses Festhalten und ständige Wiederholen einfach(st)er Strukturen und das stete Weiterentwickeln von Stimmungen, Melodien und Harmonien, die das Album so hörenswert machen. S/T sind keines wegs naiv unschuldig, dafür haben sie schon zu viele Veröffentlichungen auf dem Buckel. "Self Titled" ist nicht so extrem gewöhnungsbedürftig wie ältere S/T-Alben (z.B. die 4CD Box "Rew"), sondern klingt gemäßigt. Meistens durch simple Drumloops hypnotisch vorwärts getrieben, entwickeln die Tracks durch die unterschwelligen Orgelteppiche, die prägnanten Gitarrenlinien und die Soundcollagen etwas episch Chaotisches, dem aber noch eine große Ordnung innewohnt. Deutsch-englischer Gesang, teils nur gesprochen, teils wie wahnsinnig hinausgebrüllt, rundet die Arrangements ab.Hier ist etwas Seltsames spürbar, das sich vielleicht nur mit dem Begriff "musikalischer Endwitz" beschreiben läasst. Hören muss man es selbst.

Unknown, Eclipsed Magazine #60, 2004-06-06