Credit Brauner/Gaertner
Original Band S/T
(Faust comment and critique)
News zum 1. April, SOUNDS 4/72, Seite 6
in der Lüneburger Heide arbeitet zur Zeit
abgeschieden von Umweltschmutz und Großstadtlärm
eine neue progressive deutsche Popgruppe
deren Namen erst mit Veröffentlichung der ersten Platte
bekannt gegeben werden soll
ein bekannter norddeutscher Popschreiber
der früher mal ein guter Filmkritiker war
interessiert sich für diese Gruppe
und will sie so schnell wie möglich der Progressiv-Abteilung
der größten deutschen Schallplattenfirma
für 400.000 DM anbieten
so jedenfalls hat es die beim “Stern” für Pop zuständige
Constantine Pius recherchieren können
sie hat sofort die Exklusivrechte an dieser Meldung erworben
die sie für 20.000 DM verkaufen will
SOUNDS jedoch überließ sie den Abdruck kostenlos
über die Musik die auf der LP zu hören sein wird
sind sich die Musiker noch nicht schlüssig
nur über das Aussehen der Platte
hat man bereits feste Vorstellungen
die Platte soll aus einem runden Schwamm bestehen
auf den eine dünne Plastikmasse gespritzt wird
in die die Rillen gepreßt werden
Nicht von Constantine Pius sondern von den Musikern selbst
erfuhr SOUNDS bereits den Namen der Gruppe: Faust II
Plattenkritik Faust So far Polydor 2310196, SOUNDS 1/73, Seite 34
alle Bemühungen
von Michael Leckebusch und Uwe Nettelbeck
sind umsonst gewesen
Faust sind nicht die Supergruppe geworden
die sie werden sollten
nach einem miesen Debutalbum
sowie viel Protektion von Seiten
ihrer “Mäzene” und ihrer Plattenfirma besaßen sie
erstaunlicherweise noch Mut genug eine zweite
kaum weniger miese LP zu produzieren
die Platte beginnt mit einer bemerkenswert schwachen
bis diletantischen Schlagzeugintroduktion
zwingt sich dann auf wackligen Beinchen
zu elektronischen Gehversuchen
ohne dabei jedoch jemals vom Boden abheben zu können
verwendet mit Vorliebe fremde Ideen
( besonders von Zappa, siehe “I’ve got my car and my TV” )
und endet mit einem Aufatmen
( von seiten des Hörers versteht sich )
das Warten darauf
daß musikalisch etwas passiert, war umsonst
es lohnt sich also wirklich nicht
sich diese Album anzuhören – geschweige denn es zu kaufen
(UL)
Dies & Das, SOUNDS Juli 7/74, Seite 6
Richard Branson, der Besitzer von Virgin Records
versucht zur Zeit verzweifelt
die deutsche “Supergruppe” Faust loszuwerden
schon seit Wochen
hängt er schon am Telefon und versucht,
die Gruppe bei der Konkurrenz unterzubringen
bislang allerdings ohne Erfolg,
denn in der Branche hat man Angst vor Faust
mitglieder einer englischen Band
die mit Faust auf Tournee waren
zeigten anschließend Anzeichen
eines nahenden Nervenzusammenbruchs
( ALLE! )
und die Geschichten, die sie zu erzählen wußten,
sind so haarsträubend,
daß wir sie selbst hier nicht abdrucken können.
und das will schon was heißen